Wir tun was für Gebäudebrüter

Ob Sperling, Mauersegler, Schwalbe oder Hausrotschwanz, sie gehören fast selbstverständlich zu unserem typischen Dorf- und Stadtbild. Haussperlinge haben sich bestens an das urbane Leben angepasst, Mauersegler und Hausrotschwanz finden jede Nische unterm Dach und im Mauerwerk und die Mehlschwalbe heftet, sofern sie genug Lehmbaustoff findet, ihre kunstvollen Nester unter Dachvorsprünge an Hausfassaden. Dohle, Turmfalke und Schleiereule nisten gerne  im Kirchturm, die Rauchschwalbe mag Ställe und Scheunen. Das hört sich wie ein super Zusammenleben an. Doch ganz so rosig ist es nicht immer. Gerade den so genannten Gebäudebrütern, die eigentlich von Natur aus Felsenbrüter sind, droht durch Gebäuderenovierungen und Fassadendämmung Gefahr. Gehen dabei Nisthöhlen und Nischen verloren,  werden sie oft aus Unwissenheit nicht durch Nisthilfen ersetzt, obwohl das im Naturschutzgesetz festgeschrieben ist. Wenn dann im Frühjahr Mauersegler oder Schwalbe nach tausende Kilometer weitem Rückflug aus den Überwinterungsgebieten ihre angestammten Nistplätze nicht mehr vorfinden, bedeutet das in der Regel den völligen Ausfall der Brutsaison.

Wir wollen deshalb mit unserer Aktion auch auf diese Probleme aufmerksam machen und bieten gerne unseren Rat bei Fragen zu geeigneten Nisthilfen an. 

Helfen Sie mit und setzen Sie sich für den Erhalt oder die Neuschaffung von Nistmöglichkeiten an Ihrem Wohngebäude ein. Als sichtbares Zeichen für Ihr Engagement zieren Sie Ihr Haus mit der Plakette des NABU Saarbrücken "Wir tun was für Gebäudebrüter".

Und so geht es:

Melden Sie uns, wenn bei Ihnen schon eine oder mehrere der genannten Vogelarten wohnen, oder wenn Sie etwas für ihren Zuzug getan haben:

  • Sie schützen und erhalten eine oder mehrere Nischen und Einfluglöcher an Ihrem Haus.
  • Sie bringen besondere Niststeine oder - Kästen an, um Gebäudebrüter willkommen zu heißen.
  • Sie bieten den gefiederten Gästen Nahrung, Insekten, Samen und Früchte, durch einen naturnahen, abwechslungsreich bepflanzten Garten an.

Schreiben Sie uns eine E-Mail und schildern Sie uns, wie Sie Mauersegler, Sperling und Co helfen: infoNABU-Saarbruecken.de

NABU Saarbrücken, Wega Kling, Tel. 06897 - 88 126

Auch diese Freundinnen und Freunde von Sperling, Mauersegler und co. konnten wir mit einer Gebäudebrüter-Plakette auszeichnen:

Karl-Werner Erbach, langjähriges NABU-Mitglied aus Gersweiler hat seit vielen Jahren sein Haus für Schwalben, Mauersegler, Schleiereulen und andere hergerichtet. An der Hausfront sind es 11 Doppelkästen für Mehlschwalben, die, so Karl-Werner Erbach, bisher jedes Jahr besetzt waren. Unter dem Dachüberstand des alten Schlauchturmes der Gersweiler Feuerwehr hat Erbach zusammen mit Helfern des Gartenbauvereins Gersweiler rundum Nisthilfen für Mauersegler installiert, die ebenfalls gut angenommen werden. 

Mauersegler können künftig auch an der Bildstocker Grundschule und der Johannesschule am Hoferkopf in zwei komfortable Dreierkästen einziehen. Die Stadt Friedrichsthal stellte den Hubsteiger zur Verfügung, um die Kästen in luftiger Höhe installieren zu können.

Teresa Feld und Wega Kling übergaben zwei Doppelkästen für Mauersegler aus dem SaarToto-Förderprojekt ans Saarbrücker Sporthaus Kohlen.Teresa hatte festgestellt, dass dort Baugerüste aufgebaut und Dacharbeiten vorgesehen waren. Da über dem Bereich der Sulzbachstraße viele Mauersegler zu beobachten sind, war dies die beste Gelegenheit, Wohnraum zu schaffen.

Kerstin Lindsay aus Bildstock bietet Unterkünfte für Mauersegler an, die nun schon im zweiten Jahr von Haussperlingen zur Familienplanung benutzt werden. Die zweite Brut für dieses Jahr scheint in Arbeit zu sein. Ein alter Kirschbaum, ein knorriger Birnbaum, Holunder und viele Hecken und Sträucher bieten Schutz und Nahrung. Neues: Inzwischen sind zwei komfortable Dreifachkästen für Sperlinge, gebaut von Günther Braun, und ein weiterer Mauerseglerkasten angebracht.Ebenso zwei Mehlschwalben-Doppelnester, die hoffentlich bald bezogen werden.

Drei Mauerseglerkästen konnten anlässlich einer Dachkontrolle am Wohnhaus von Heidrun Schmitt in Saarbrücken installiert werden.Der großzügige Innenhof bietet einen freien Anflug für die Luftakrobaten.

Für Waldkauz, Meisen, Hausrotschwanz und Mauersegler sind Nistquartiere am Haus Dr. Bewermeiers in Saarbrücken eingerichtet.Im Garten finden sich Buchenhecke, Gartenteich und Wildbienenhotel und auch eine Benjeshecke wurde angelegt. 

Am 17. Dezember konnten wir Günther Braun in seinem Garten im Saarbrücker Almet mit der Gebäudebrüter-Plakette auszeichnen. Das war lange überfällig, denn er ist ein unermüdlicher Baumeister aller Arten von Nisthilfen und hat schon vielen Gebäudebrütern zu neuen Quartieren verholfen. Auf dem Gartengrundstück des Ehepaares Braun findet "alles was kreucht und fleucht" Unterschlupf. Eine wahrhaft vorbildliche Wohngemeinschaft.Übrigens, im Wohnhaus der Brauns finden sich jedes Jahr Mauersegler unter der Regenrinne zur Familienplanung ein. Auch dazu Glückwunsch!

Am Sulzbacher Stadtteiltreff in der Grubenstraße in Sulzbach-Altenwald wurden im März 2017 als Ersatzmaßnahmen für den bevorstehenden Kinoabriss in Altenwald und zusätzliche Hilfsmaßnahmen für Gebäudebrüter zwei einfache, zwei Dreier- und ein Doppelkasten für Mauersegler angebracht. Die Hausfront wurde mit zwei Fledermausflachkästen bestückt. Der NABU Saarbrücken zeichnete die Stadt Sulzbach in Anwesenheit Bürgermeister Michael Adams mit der Gebäudebrüterplakette aus und hofft natürlich auf weitere Maßnahmen an stadteigenen Immobilien. 

Im Mai wartete Eva Raab-Müller aus Dudweiler-Herrensohr auf "ihre" Mauersegler. Seit vielen Jahren haben sie hier ein Zuhause sowohl unter dem Dach. Der Kasten wurde auch nach längerer Zeit noch nicht angenommen. Aber über die Jahr für Jahr an der selben Dachöffnung eintreffenden Segler hat schon der Vater Frau Raab-Müller`s Tagebuch geführt.

Hilfe in der Not kam im Mai 2017 von Heino (Henner) Ruth, dem Gastwirt des Braddock in Bildstock. Am Nachbarhaus versuchten Mauersegler in eine wohl inzwischen verschlossene Dachnische einzufliegen. Herr Ruth ließ an seinem Haus einen Kasten aufhängen, der nun hoffentlich Ersatz für den verlorenen Nistplatz bieten wird.

Die Renovierung ihres Hauses nahm Frau Susanne Walzer aus Friedrichsthal als Gelegenheit, etwas für die Mauersegler zu tun: Es ging zwar knapp zu, aber den Gerüstbauern gefiel die Idee so gut, dass sie einen schon abgebauten Teil wieder aufbauten und einen Kasten an der Hausseite installierten.

Gerd Lang aus Quierschied haben es die Spatzen angetan. An Haus und Gartenhausbietet er eine ganze Reihe komfortabler Nistkästen an. Gerd Lang baut sie selbst, und er bringt auch Kindern und Jugendlichen schon mal bei, welcher Vogel wo wohnt und wie sie die passenden Quartiere bauen. Im weitläufigen Garten mit breiten Hecken, mit Bäumen und Sträuchern sind regelmäßig 20 bis 30  Haussperlinge anzutreffen.

Neben vielen neuen Nistplätzen, die wir beobachten und entdecken konnten, meldeten sich immer wieder begeisterte Freundinnen und Freunde von Gebäudebrütern.

So auch Heike Schmeer  in Saarbrücken. Im Ortgang ihres Daches nisten seit ihrem Einzug und vermutlich auch schon in den Jahren vorher Mauersegler. Im Garten, der eine Vielfalt an Verstecken und Nahrungspflanzen für allerlei Getier bietet, fühlen sich auch Haussperling und Rotschwanz  wohl. Sie brüten hier und in der Nachbarschaft, zum Beispiel am Haus nebenan. Dort liegt an der Hausmitte das Einflugloch unter der Dachrinne, und die Hausbesitzerin, Frau Brodeßer, erinnert sich, dass die Mauersegler "schon da waren als sie einzogen". Ein Verschließen dieser angestammten Nistplätze kommt auch bei Sanierungsarbeiten für die Hausbesitzer nicht in Frage. .

Schon 2016 hat Frau Ihl an ihrem Haus in Friedrichsthal zwei Mauerseglerkästen angebracht. Dafür ließ sie extra noch einmal nach dem Gerüstabbau den Handwerker kommen. Inzwischen sind diese Kästen von Haussperling und Hausrotschwanz in Beschlag genommen, die ebenso willkomen sind. An der Hausfront haben Mehlschwalben schon seit einigen Jahren eine Nisthilfe angenommen, und auch dieses Jahr erfolgreich gebrütet.

Nachwuchs gibt es auch in der Mehlschwalbennisthilfe von Manfred und Annemarie Gessner am Haus neben Familie Ihl, und auch hier werden sie jedes Jahr freudig  willkommen geheißen.  Die beiden Hausfronten ziert nun die Gebäudebrüterplakette, mit der sich der NABU Saarbrücken für das Engagement der Bewohner bedankt.

In  Dudweiler tut Familie Dietzen viel für Gebäudebrüter. Jutta Dietzen hat uns auch die Mehlschwalbenvorkommen in Bildstock am Haus ihrer Mutter gemeldet. Dort wurde zu einem intakten natürlichen Nest zusätzlich eine Nisthilfe installiert. Darüber freuen wir uns sehr.

Carmen Dams vom Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft der Landeshauptstadt Saarbrücken war von unserem Schwalbenturm-Vorhaben sehr angetan und unterstützte es gerne. Auch an ihrem privaten Wohnhaus heißt sie Gebäudebrüter herzlich willkommen, und wir zeichneten sie 2017 dafür mit unserer NABU-Plakette aus.

Ute und Norbert Fugmann, aktive NABU-Leute, warten seit Anfang 2018 mit zwei Mauerseglerkästen an ihrem Haus in Saarbrücken auf die eleganten Mitbewohner. Wir wünschen viel Glück!

Claudia und Christian Wolf aus Saarbrücken haben an zwei Häusern einen Doppel- und einen Einzelkasten für Mauersegler unter der Regenrinne anbringen lassen. Sie hoffen auf mehr Erfolg als bei ihren Mehlschwalbenkästen, denn Mauersegler sind im Gegensatz zu Mehlschwalben häufig über ihrem Wohngebiet zu sehen.Die Dachdeckerei Willi Lauer führte die Arbeiten durch. Sie sind bei ihren Sanierungsarbeiten sehr bedacht auf das Vorhandensein von Gebäudebrütern. 

DasEhepaar Frania aus Bildstock freute sich, bei der Dachsanierung Wohnraum für Mauersegler schaffen zu können und kaufte einen Holzbeton-Doppelkasten. Nun soll die Mauersegler-CD die begehrten Mitbewohner anlocken.

Der Spatz hat es Frau Schiffmann aus Altenkessel angetan. Seit vielen Jahren und Vogelgenerationen sind Haussperlinge ihre Mitbewohner. Nun wird 2018 das Dach saniert und Frau Schiffmann hat bereits mit mehreren Kästen für Ersatzwohnraum gesorgt. Auch für Mauersegler will sie etwas tun, und nun hängt ein Kasten an der Balkonbrüstung. 

Wir freuen uns über all die guten Meldungen, zum Beispiel, wie in Saarbrücken seit 38 Jahren die Mauersegler im Frühling mit Sekt begrüßt werden. Oder über Anfragen zur Beratung, wie in Wemmetsweiler, wo an einem Wohnhaus so viele Nisthilfen wie möglich angebracht werden sollen. Oder über das Vorhaben der Grundschule Gersweiler, Nisthilfen im Schulhof und am Schulgebäude anzubringen und so die Kinder die Vogelwelt und vielleicht auch Fledermäuse beobachten zu lassen.

In Sulzbach finden Mauersegler und Co. viele Nistmöglichkeiten am Haus des Ehepaares Schorr-Fischer. Seit 34 Jahren bestünde bereits eine Mauerseglerkolonie, erfahre ich beim Besuch im Garten der Vogelfreunde, und noch vieles mehr hätten sie vor in Sachen Naturschutz. Auch in der Nachbarschaft seien gesicherte Nistplätze zu verzeichnen. An diesem Tag sind mindestens 30 Mauersegler am Frühsommerhimmel zu sehen. 

 

 

Fotos zu den Auszeichnungen

30 Wohnzimmer für die Spatzen am Afrikahaus

 

Sperlinge, Mauersegler und Fledermäuse am Afrikahaus des Saarbrücker Zoo.

Der mit einem besonderen "Tag des Sperlings" Geehrte hat schon seit Langem in den Nischen des Afrikahauses und ebenso wie Fledermäuse an vielen Stellen des Saarbrücker Zoo eine Heimat. Mauersegler sind auch sehr willkommen, lassen aber noch auf sich warten. Nun spendeten die "Freunde des Saarbrücker Zoo" nach Beratung durch den NABU Saarbrücken 10 Sperlingskoloniekästen, 10 Fledermausquartiere und einen Mauersegler-Dreierkasten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Saarbrücker Zoo kamen mitsamt Hubsteiger im Giraffengehege zum Einsatz. Wir freuen uns mit Zoodirektor Dr. Richard Francke sehr über diese stabilen Quartiere für Gebäudebrüter und hoffen auf baldige zahlreiche Hausbesetzungen.

Ein Schulhof voller Nistplätze

Mit ihrem Lehrwerkmeistern Egbert Diener, Alexander Schimetzki, Achim Ames und Stefan Kempf bauten Schüler des Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrums am Mügelsberg im Berufsgrundbildungsjahr Bau-Holz 15 Nistkästen für Höhlenbrüter. Günther Braun vom NABU Saarbrücken gab wertvolle Anleitung und stieg auch selbst auf die Leiter als es darum ging, die neuen Quartiere an den Bäumen des Eschelmeier-Parks an der Michaelskirche und des Schulgeländes aufzuhängen. Die Schüler werden nun einen Nisthilfen-Pflege- und Kontrollplan erstellen, und Günther Braun wird sie auch hier mir Rat und Tat unterstützen. Im Bau ist auch ein Turmfalkenkasten, für den bereits ein Platz am Schulgebäude ausgesucht ist.

Wega Kling