Nachruf für den verstorbenen Oberlehrer i. R. Theo Schmidt

     

    von Walter Kremp

    Quelle: Anlage zur Niederschrift über die Zusammenkunft der Ornithologischen Arbeitsge-meinschaft Saar am 20.2.1959 (Datum der Niederschrift 4.3.1959)

    Am 8. Dezember 1958 ist unser Ehrenmitglied, Oberlehrer i. R., Theo Schmidt, im Alter von 82 Jahren plötzlich verstorben.

    Im vergangenen Jahre hatte er trotz seines hohen Alters die Bearbeitung einer Vogelfauna unserer heimischen Vogelwelt übernommen. Leider war es ihm nicht vergönnt, diese Absicht, die ihm so am Herzen lag, ihrer Vollendung zuzuführen. Die Ornithologische Arbeitsgemein-schaft hat durch den Tod von Theo Schmidt einen treuen Mitarbeiter verloren. Die Nachricht vom Hinscheiden des über die Saargrenzen bekannten Mannes hat allgemeines Bedauern erweckt. Er war ein guter Beobachter und leidenschaftlicher Freund der Tierwelt und der Natur, für deren Lage einzutreten er sein ganzes Leben hindurch nicht müde wurde. Seine besondere Liebe galt jedoch der Vogelwelt. Eine nicht zu übersehende Zahl von Skizzen und Erzählungen entsprangen seiner Feder. Was unser Ehrenmitglied auf diesem Gebiet geleistet hat, brachte ihm nicht nur die Sympathien aller Vogelschützer, sondern auch allgemeine Anerken-nung ein.

    Seiner Initiative war es zu verdanken, daß der Bund für Vogelschutz in Saarbrücken vor dem 2. Weltkrieg ins Leben gerufen wurde. Aber auch an der Wiederaufnahme der Tätigkeit des Bundes für Vogelschutz im September 1956 hatte er wesentlichen Anteil, dessen Ehren-präsident er bis zu seinem Tode war.

    Die vogelkundlichen Wanderungen der Volkshochschule Saarbrücken, die er viele Jahre unter seiner fachkundlichen Leitung geführt hatte, erfreuten sich allgemeiner Beliebtheit.

    Alle die Theo Schmidt kannten, werden ihn vermissen.

    Seine gesellige Natur, sein heiteres, sein frohsinniges, dem Leben zugewandtes Wesen, hat ihm, dem Förderer des Waldes und dem Waidmann, zahlreiche Freunde verschafft.

    Sein Name wird so bald nicht in Vergessenheit geraten und alle, die ihn kannten, sind ihm für seine Arbeiten, die er uns als Erbe hinterlassen hat, auf diesem Wege zu Dank verpflichtet.