Wanderfalken in luftiger Höhe

 

von Ralf Kohl

Im Zuge des Bestandseinbruches der Wanderfalken (Falco peregrinus) in den fünfziger und sechziger Jahres des letzten Jahrhunderts verschwand die Art als Brutvogel auch aus dem Saarland. Die letzten Wanderfalken wurden 1963 an ihrem Brutfels im nordwestlichen Lan-desbereich beobachtet (ROTH et al. 1990). Mit dem ansteigenden Bestand der Wanderfalken in anderen Bundesländern, der unter anderem auf konsequente Horstbewachung zurückgeht, wurden Wanderfalken auch im Saarland immer wieder beobachtet. Als Brutmöglichkeit für diese im südlichen Teil ihres Verbreitungsgebietes felsbrütende Art - in den nördlichen Re-gionen gibt es neben Baum- auch Bodenbrüter - kommen neben den natürlichen Felsen der unteren Saar und anthropogen geschaffenen Horststandorten in Steinbrüchen auch die Kunstfelsen der menschlichen Siedlungslandschaft in Betracht. Seit 1993 gehört der Wanderfalke wieder zu den saarländischen Brutvogelarten (SÜSSMILCH et al. 1997) und konnte 2004 in sieben Revieren nachgewiesen werden (BOS et al. 2005).

Im Bereich der Landeshauptstadt Saarbrücken wurden Wanderfalken seit 1991 regelmäßig beobachtet. Peter Emil Engel hat die schnellen Flieger nicht nur beobachtet, sondern alle Daten genau in seinen Beobachtungsjournalen festgehalten. Da er die Beobachtungen dem Autor zur Verfügung stellte, ist es ihm zu verdanken, daß nun auf über 1000 Beobachtungen aus 15 Jahren zurückgegriffen werden kann.

Seit November 1991 konnte ein adulter Wanderfalke regelmäßig am Kamin des Heizkraftwerkes Römerbrücke festgestellt werden. Besonders interessant an den Beobachtungen ist, daß sich dieser Wanderfalke an dem insgesamt 176 m hohen Kamin immer im oberen Bereich.aufhielt und mit Beute oben am Kamin landete und kröpfte. Der Vogel verschwindet im März 1992 und ist erst ab Ende November 1992 wieder am Kamin zu beobachten. Die weiteren Beobachtungen decken den Zeitraum bis Anfang April 1993 ab.

Als der Kamin im Laufe des Jahres 1993 saniert wird, kann die NABU-Gruppe Saarbrücken ihre Idee, eine Nisthilfe am Kamin anzubringen, in die Tat umsetzen. Der damalige Chef der Saarbrücker Stadtwerke und spätere saarländische Umweltminister, Herr Prof. Willy Leonhardt, gibt seine Zustimmung. Durch enge Kontakte zu den in Baden-Württemberg aktiven Wanderfalkenschützern kann auf deren Erfahrungen mit Nisthilfen an ähnlichen Standorten zurückgegriffen werden. Nach den schwäbischen Vorgaben lassen die Saarbrücker Vogelschützer eine Nisthilfe aus Edelstahl bauen, die den Anforderungen bzgl. Witterung, aber auch bzgl. Sicherheit in luftiger Höhe gewachsen ist. Der innere Bereich wird mit Kies aus-gelegt.

Die Nisthilfe kostet knapp 2000 DM und wird von der mit den Sanierungsarbeiten betrauten Firma im August 1993 an der Ostseite des Kamins in halber Höhe angebracht. Der Standort wurde gewählt, um den Falken einerseits optimalen Schutz vor dem in diesem Bereich nor-malerweise vorherrschenden westlichen Wind zu gewährleisten und andererseits optimale Sicht und Startbedingungen in Richtung der großen Freifläche der St. Arnualer Wiesen zu bieten. Die Nisthilfe wurde aus zwei Gründen in einer Höhe von 67 m am Kamin, d.h. 110 m über Grund, angebracht: zum einen, weil die meisten der bisherigen Wanderfalken-Beobachtungen am Kamin ab diesem Bereich nach oben gemacht wurden und zum anderen, um einen Standort oberhalb des Dampfes der Kühltürme zu gewährleisten.

Bereits im Oktober 1993 ist der Wanderfalke wieder am Kamin und wird Mitte des Monats auf dem Dach der Nisthilfe beobachtet. Im November kann er zum ersten Mal beim Einflug in die Nisthilfe beobachtet werden. Leider scheint sich kein passender Partner zu finden und der Wanderfalke bleibt bis April 1996 Eremit am Kraftwerk in Saarbrücken.

Anfang April 1996 taucht ein zweiter Wanderfalke auf und beide halten sich am Kamin, im Bereich der Nisthilfe und darin auf. Auch in den folgenden Jahren sind immer wieder zwei Vögel zu beobachten.

Herr Engel beobachtet am 14.08.1997 drei Wanderfalken bei Flugspielen um den Kamin. Im Juni 1999 registriert er an zwei Tagen (10. und 11.) einen juvenilen Falken an der Nisthilfe. Am 10. April 2002 gelingt es ihm, Zeuge einer Kopulation auf dem Geländer der Kontrollbühne am oberen Kaminende zu werden. Auch im Februar 2004 kann eine Kopulation beobachtet werden. Am 14. Mai des gleichen Jahres werden erneut drei Falken am Kamin fest-gestellt, von einem sind Bettelrufe zu hören. 2006 konnte im März noch einmal eine Kopulation beobachtet werden, diesmal auf dem Dach der Nisthilfe.

Ein wirklicher Brutbeweis fehlt bis heute, da die Nisthilfe von keiner Stelle der Stadt direkt einsehbar ist und somit kein Beobachter visuellen Zutritt hat. Somit wäre der Beweis nur durch Jungvögel direkt an der Nisthilfe zu erbringen. Möglich ist auch, daß es beim Saarbrük-ker Wanderfalkenpaar aus irgendeinem Grunde mit der Eiablage und/oder Jungenaufzucht nicht klappt. Mögliche Gründe gibt es hierfür eine ganze Reihe.

Die Saarbrücker Naturschützer und Vogelfreunde geben aber die diesbezügliche Hoffnung nicht auf und freuen sich weiterhin daran, daß die Wanderfalken die ihnen angebotene Woh-nung zumindest zum Ruhen, Beobachten und Kröpfen nutzen.

Literatur:

BOS, J.; BUCHHEIT, M.; AUSTGEN, M.; ELLE, O. (2005): Atlas der Brutvögel des Saar-landes. Ornithologischer Beobachterring Saar. Mandelbachtal, S. 116f.

ROTH, N.; NICKLAUS; G.; WEYERS, H. (1990): Die Vögel des Saarlandes. Ornithologi-scher Beobachterring Saar, Homburg, S. 88f.

SÜSSMILCH, G.; BOS, J.; BUCHHEIT, M.; NICKLAUS, G. (1997): Zur Situation der Brut-vögel des Saarlandes. Ornithologischer Beobachterring Saar. Lanius 31: 22.

 

 

Neuer Beobachtungspunkt für Wanderfalken

 

09.04.2015

Kamera am Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke erlaubt Blick auf streng geschützte Tierart

Ab dem 10. April 2015 wird das Heizkraftwerk Römerbrücke der Energie SaarLorLux zum neuen Beobachtungspunkt für Wanderfalken im Saarland. Hierfür installierte der Saarbrücker Energieversorger eine Kamera an der Nisthilfe des Falken. Die Bilder werden allen Interessierten auf der Internetseite des Unternehmens unter www.energie-saarlorlux.com/falke zur Verfügung gestellt. Mit einer Bildfolge von 2 Sekunden pro Bild können Vogelliebhaber live studieren, wie der Wanderfalke dort derzeit vier Eier ausbrütet.

„Der Wanderfalke ist ein seltener Greifvogel und bei uns nicht oft zu beobachten. Er ist der größte heimische Falke und wird bis zu 45 cm groß, wobei die Weibchen in der Regel deutlich größer sind als die Männchen. Er ist der schnellste Vogel der Welt. Wir freuen uns, durch die neue Falkenkamera am Kamin des Heizkraftwerkes detaillierte Beobachtungen und Erkenntnisse über die Entwicklung und das Brutverhalten des streng geschützten Wanderfalken gewinnen zu können“, erläutert Dr. Ralf Kohl, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Saarbrücken des Naturschutzbundes Saarland e.V.

Die Nisthilfe für den Wanderfalken wurde bereits im Jahr 1993 installiert und im vergangenen Jahr generalüberholt. Sie befindet sich ungefähr auf halber Höhe des Kamins (67 m) und ist von der Ostspange aus gut zu sehen. Das künstliche Nest aus Edelstahl bietet dem Wanderfalken Schutz vor Wind und Regen, sowie beste Sicht-, Start- und Landebedingungen zu den angrenzenden Daarler Wiesen, die ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Falken bereithalten.

Sowohl die Anbringung der Nisthilfe als auch die Beleuchtung des Schornsteins wurde von Energie SaarLorLux in enger Abstimmung mit den Experten des Naturschutzbundes durchgeführt. So ist sichergestellt, dass zum Einen das Nist- und Brutverhalten der seltenen Vögel optimal unterstützt wird zum Anderen aber auch Störungen durch Lichteinfall in den Kasten minimiert werden.

„Zusammen mit dem Naturschutzbund wollen wir die Ansiedelung der  Wanderfalken im Saarland unterstützen“, erläutert Dr. Jochen Starke, Vorstandsvorsitzender der Energie SaarLorLux. „Damit übernehmen wir auch Verantwortung für den Artenschutz in unserer Region.“

„In den 60-er und 70-er Jahren war der Wanderfalken im Saarland – wie in vielen Teilen Mitteleuropas –  fast ausgestorben. Ursache war die Kontamination mit Giften aus der Landwirtschaft – hier in vorderster Linie das inzwischen verbotene DDT. Mit Beginn der 90-er Jahre begann der Bestand sich langsam zu erholen, und auch im Saarland ist der  Wanderfalke inzwischen wieder zurückgekehrt. Nicht zuletzt verdankt er dies den Möglichkeiten an Industriegebäuden in künstlichen Nisthilfen zu brüten. Natürliche Nistplätze sind durch Industrialisierung, Erschließungsmaßnahmen und Freizeitdruck rar geworden. Derzeit leben im Saarland wieder 15 Paare“, beschreibt Marion Geib, Sprecherin der NABU-Arbeitsgruppe Wanderfalkenschutz im Saarland die Situation. Nähere Informationen zum Wanderfalken und zu der Arbeit der NABU-Gruppe findet man unter www.agw-saar.de

Dem Wanderfalken ins Nest geschaut - Webkamera am Kraftwerk Römerbrücke

Ab dem 10. April 2015 können Vogelfreundinnen und - Freunde den Wanderfalken des Heizkraftwerks Römerbrücke beim Brüten und der Aufzucht ihrer Jungen zuschauen. An der Nisthilfe hat die Energie SaarLorLux eine Kamera mit einer Bildfolge von zwei Sekunden pro Bild installiert. Bereits 1993 hat der NABU Saarbrücken auf Grund mehrfacher Beobachtungen von Wanderfalken am Kraftwerk einen Nistkasten installieren können. Seither gab es immer wieder Bruterfolge zu vermelden.  Link zur Webkamera und zur Pressemeldung:  



Wohngemeinschaften im Kirchturm

Von links: Thomas Müller (Verwaltungsratsmitglied), Frau Kiemen (Pfarrsekretärin), Herr
Matkovic (Hausmeister), Gabi Stein und Dechant Benedikt, Foto: H. Zillgen
Anfang März ist das Turmfalkenpaar im angestammten Nistkasten eingetroffen
Foto: Gabi Stein
Foto: Wega Kling
Von links: Dr. Kohl, Rektor Johannes Kreier, Schwester Teresa, Schwester Irene, Foto: Wega Kling
Ehrung für engagierten Artenschutz an Kirchen, Foto: Wega Kling

NABU verleiht "Lebensraum Kirchturm"-Plakette an Saarbrücker Kirchen

Von den Hügeln um Saarbrücken gesehen prägen viele schöne Kirchtürme das Stadtbild. Aus Artenschutzsicht gibt es noch ein anderes erfreuliches Bild: Die Kirchtürme ersetzen für Turmfalken, Schleiereulen, Dohlen und Fledermäuse ihre verloren gegangenen Nistplätze in Felsen und Baumhöhlen. Im Laufe der Jahre bauten NABU-Aktive eine ganze Reihe verschiedener Nisthilfen in die Kirchen ein. Kirchenleitung und Naturschützer freuen sich über regelmäßige Bruterfolge, und so können Kirchen als wichtiger und wertvoller Lebensraum in Stadt und Dorf bezeichnet werden. Leider gehen viele Brutmöglichkeiten bei Gebäudesanierung und durch Verschließen von Einfluglöchern und Brutnischen, zum Beispiel zur Taubenabwehr, verloren. Dann fehlen auch Nistplätze für kleinere Arten wie Sperling, Hausrotschwanz und Mauersegler.

Der NABU Bundesverband hat im Jahr 2007 zusammen mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen die Auszeichnung "Lebensraum Kirchturm" für besonders engagierte Kirchen geschaffen. Und der NABU Saarbrücken ehrte nun zwei Saarbrücker Kirchen mit der Urkunde und Artenschutz-Plakette:

Am 26. März 2015 die Christkönigkirche in St. Arnual. Dort findet sich seit Jahren ein Turmfalkenpaar zur Familienplanung ein. Schon vor einigen Jahren wurde von Mitgliedern des NABU Saarbrücken ein Kasten eingebaut. Seit Anfang März ist das Falkenpaar wieder in seiner Kirche zu Hause.

Am 4. Mai 2015 überreichte Dr. Ralf Kohl die Auszeichnung an Rektor Johannes Kreier vom Kloster am Rande der Stadt.  Die weithin sichtbare neoromanische Herz-Jesu-Kirche auf dem Rastpfuhl beherbergt in diesem Jahr in ihren Turmseiten zwei Turmfalkenpaare. Im "Obergeschoss" wurde vor Jahren ein Kasten eingebaut, dort sind Dohlen eingezogen. Die Schwestern der Heiligen Klara, Oberin Teresa und "Falkenbetreuerin" Irene, sind sehr froh, dass sich auch in diesem Jahr "ihre" Turmfalken eingefunden haben.

NABU-Aktive Gabi Stein kümmert sich um die Nisthilfen in den Kirchen. Sie kontrolliert die Kästen, setzt instand und bringt neue Nisthilfen an. Zu dem aktuellen Stand der Nisthilfen in Saarbrücker Kirchen berichtet sie: Es gibt derzeit 35 offene Nisthilfen, ursprünglich gebaut für Turmfalken und Schleiereulen. Dieses Jahr sind bisher 17 Dohlen, 7 Turmfalken, ein Schleiereulenpaar und ein Honigbienenvolk eingezogen.

Der NABU dankt den Kirchenleitungen sehr herzlich für ihr Engagement und die freundliche Duldung ihrer Untermieter.

Wega Kling, NABU Saarbrücken

 

 

 

 

Turmfalken als Brutvögel in Saarbrücken

 (außer Fechingen, Eschringen und Ensheim)

Im Jahr 2015 konnte die Turmfalkenarbeit durch den NABU in Saarbrücken fortgesetzt werden.

Besondere Aktivitäten:

- es wurden 7 neue Brutplätze entdeckt, alle außerhalb von Kirchen

- 3 neue Nistkästen wurden im Winterhalbjahr gebaut und angebracht

- 4 der insgesamt 6 in den letzten 2 Jahren entstandenen Nisthilfen sind in diesem Jahr bereits besetzt gewesen

- 2 Kirchen wurden erstmals in Saarbrücken mit der „Lebensraum Kirchturm“-Plakette ausgezeichnet, einmal die Christkönigkirche in St.Arnual und zum zweiten die Herz-Jesu-Kirche (Kloster am Rande der Stadt ) in Burbach

Besondere Ereignisse:

- in der Herz-Jesu-Kirche brüteten 2 Turmfalkenpaare und 1 Dohlenpärchen im Abstand von jeweils circa 15 m, was nicht ganz ohne Reibereien aber im Ende doch gut ausging

- in Burbach sind die Turmfalken mit 7 Brutpaaren eindeutig am häufigsten anzutreffen

- am Wasserturm auf dem Scheidterberg kam es durch den Ausfall des Weibchens nur zum Ausflug eines Jungvogels, der in den letzten 2 Wochen vom Männchen allein versorgt wurde

- in Bübingen brüteten Turmfalken auf einem Schwalbenkotbrett, hier entstand dank der Begeisterung eines Hausbewohners ein wunderbares Videomaterial, das auf der homepage allen Interessierten zur Verfügung steht

- neben den üblichen Fehlstarts einiger Jungvögel, die hochgesetzt werden konnten, musste ein verletzter Jungvogel ärztlich versorgt werden, einer wurde bis zum Ausfliegen gefüttert, weil er nicht mehr an den Nistplatz gebracht werden konnte. Ein Jungvogel konnte nach dem Zusammenstoß mit einem Zug nur tot geborgen werden.


 

20142015Ort des Nistplatzes

 

 

6

6

Kirche


3

Industriegebäude


2

Turm

1


Baum

1

2

Wohnhaus


1

Wasserturm


1

Brücke

 

 

8

15

Bruten insgesamt

5

9

davon in Nistkästen

Dohlen als Brutvögel in Saarbrücken (außer Fechingen, Eschringen und Ensheim)

Die uns bekannten Dohlenbruten in Saarbrücken sind ausschließlich in Kirchen. Hier besetzen die Dohlen die ursprünglich für Turmfalken oder Schleiereulen gebauten Nistkästen. Als Höhlenbrüter, die gerne in Gesellschaft mit Artgenossen brüten, sind die Dohlen dankbare Benutzer von Nisthilfen in den Kirchen.

Allein in der Kirche St.Jakob sind 4 der insgesamt 21 Brutpaare. Sie besetzen hier neben einem Schleiereulen- und 2 Turmfalkenkästen auch einen ursprünglich für den Wanderfalken gebauten Kasten in der Kirchturmspitze.

In 3 Kirchen konnten die Dohlen den Turmfalken gegenüber dem letzten Jahr verdrängen, in einer Kirche hat der Turmfalke in einem letztjährig von Dohlen besetzten Platz erfolgreich gebrütet.

Tendenz: die Dohle scheint in größerem Ausmaß auf die Bereitstellung von Nisthilfen angewiesen zu sein, als etwa der Turmfalke. Ein größeres Engagement in diese Richtung ist allerdings derzeit personell nicht zu leisten.

 

2014       2015           Ort des Nistplatzes

 

 

16

21

Kirchen

Schleiereule als Brutvogel in Saarbrücken (außer Fechingen, Eschringen und Ensheim)

In der Kirche in Bübingen konnte nach der Kastenreinigung im Winterhalbjahr frisches Schleiereulengewölle in beiden Kästen gefunden werden. Eine Brut hat hier aber nicht stattgefunden, wie auch an sonst keinem uns bekannten Ort in Saarbrücken.

Ich danke allen, die uns mit Informationen und aktiver Mithilfe unterstützt haben! Alle Interessierten, die gerne mitarbeiten möchten, sind herzlich eingeladen. Kontakt über Gabi Stein, email gabistein@versanet.de oder Tel 0681 96021405

September 2015, Gabi Stein

Neue Plätze für den Turmfalken

Im Herbst und Winter 2014/15 konnten zwei neue Turmfalkenkästen an Kirchen in Saarbrücken eingebaut werden, einer in der Christuskirche auf dem Rotenbühl und einer in der Kirche St. Michael in St. Johann, wo ein Turmfalkenpärchen im Frühjahr 2014 gesehen wurde. Einen dritten Kasten haben die Mitarbeiter von Saarstahl Burbach am Bunker auf dem Werksgelände angebracht, auch hier wurden Turmfalken beobachtet, aber keine Brut festgestellt.

Damit gehen die Beobachtungen in eine neue Saison. Mittlerweile suchen zumindest die Dohlen ihre alten Nisthilfen in den Kirchen wieder auf und auch der Turmfalke kehrt aus seinen Überwinterungsplätzen zurück und wird die neuen und alten Nisthilfen hoffentlich bald besiedeln.

Februar 2015, Gabi Stein

Turmfalkenschutz in Saarbrücken

Bruterfolge, Nisthilfenkontrolle und -Neubau
Ein Bericht von Gabi Stein

Der NABU Saarbrücken hat im Jahr 2014 die in den 80er und 90er Jahren angebrachten Nisthilfen für Turmfalken und Schleiereulen kontrolliert und versucht, den Bestand des Turmfalken im Stadtgebiet (außer Fechingen/Kleinblitterdorf, und Eschringen/Ensheim, die von anderen NABU-Ortsgruppen betreut werden) zu erfassen.

Von den ursprünglich 30 Kästen sind 24 noch nutzbar, 1 Kasten ist kaputt und soll ausgetauscht werden, 1 ist entfernt worden und 4 sind wegen der Belegung durch Tauben verschlossen worden.

Der überwiegende Teil der Nistkästen (16) war 2014 von Dohlen besetzt. Die Dohle hat sich in den letzten Jahren als Brutvogel in Saarbrücken ausgebreitet und nimmt als ursprünglicher Höhlenbrüter Nisthilfen vor allem in größerer Höhe gerne an. Auch wenn die Kästen ursprünglich nicht für die Dohlen gebaut wurden, sind diese intelligenten und sozialen Vögel (Vogel des Jahres 2012) gern gesehene Gäste, deren Erhalt vor allem auch im städtischen Raum wichtig ist, nicht nur weil sie sich gegen die Tauben in ihrer unmittelbaren Umgebung durchzusetzen vermögen.

Nur in 5 Kästen brüteten in diesem Jahr Turmfalken in Saarbrücken, an 2 Kirchen waren Turmfalkenpaare ohne Nistkasten, davon hat ein Pärchen in einem Fenstersims eine 5er-Brut großgezogen. Es fanden sich Brutpaare in den Stadtteilen St.Arnual, Gersweiler, Altenkessel, Burbach, Rußhütte und Dudweiler. Die guten äußeren Bedingungen, was das Wetter und das Nahrungsangebot angehen, haben sich im Bruterfolg niedergeschlagen: durchschnittlich 4 Jungen sind zwischen Anfang Juni und Anfang Juli aus den Gelegen ausgeflogen.

Über sonstige Bruttätigkeiten des Turmfalken an Gebäuden und die Anzahl der Baumbruten kann nur spekuliert werden. Die Plätze zu finden ist sehr zeitaufwendig und oftmals mit Glück verbunden. Diese Erfassung soll aber auf jeden Fall weiterverfolgt werden, wobei wir über Meldungen aus der Bevölkerung sehr dankbar sind! Auch über aktive Mithelfer, die beim Nistkastenbau oder der Kontrolle mitarbeiten möchten, freuen wir uns.

Ausblick: Bereits in diesem Jahr sind 2 neue Nistkästen eingebaut worden, wovon einer angenommen wurde. Das nächste halbe Jahr soll dafür genutzt werden, an den 2 Kirchen, an denen bislang Turmfalken ohne Nistkasten waren, Kästen einzubauen. Weitere Plätze an exponierten Gebäuden sollen gefunden werden, die für eine erfolgreiche Brut geeignet erscheinen. Gerne beraten und unterstützen wir Kirchen, Firmen oder Privatleute, die den Turmfalken ansiedeln möchten.

Über Meldungen von Turmfalkenbeobachtungen würden wir uns freuen. Auch für Anfragen wenden Sie sich an Gabi Stein, Tel. 06 81 / 96 02 14 05.

Neuer Turmfalkenkasten am Wasserturm

Gabi Stein

Als eine der Arten, die aus der Urbanisierung notgedrungen auch Gewinn ziehen können, besiedelt der Turmfalke in unseren Städten und Dörfern Kirchtürme, Häusernischen und Scheunen. In Deutschland wird die prozentual größte Zahl der Brutpaare gezählt, weshalb uns eine besondere Verantwortung für diese Greifvögel zukommt. Am 11. März 2014 haben wir am Wasserturm Scheidterberg einen Nistkasten für den Turmfalken installiert und hoffen nun auf baldigen Einzug.

Der Kasten wurde auf dem Balkon des Turmes gestellt, eine Sitzstange nach außen erleichtert den Anflug für die Turmfalken, die hier in einer von Weiden und großzügigen Gärten geprägten Landschaft ein optimales Jagdareal vorfinden.

Zusätzlich sollen in diesem Jahr die in früheren Jahren vom NABU angebrachten Kästen kontrolliert und eventuell ausgebessert werden, die an den Kirchen im Stadtraum eingebaut wurden. Bei der Sanierung der Johanniskirche sind 2 Kästen durch das dort tätige Architektenbüro ausgebessert worden, dafür unser Dank. Kästen in anderen Kirchen wurden allerdings ohne Ersatz entfernt und die Einflugmöglichkeiten für die Falken am Turm oder Kirchendach verschlossen.

Eine Überprüfung in diesem Frühjahr soll Aufschluss darüber bringen, wie groß die Population in Saarbrücken ist und ob weitere Nisthilfen sinnvoll sind. Da die Turmfalken selbst keine Nester bauen, besetzen sie teilweise ausgediente Krähennester oder suchen Nischen an turmähnlichen Gebäuden, wo sie ihre Jungen großziehen. Erfahrungsgemäß werden Nisthilfen sehr gerne angenommen. Über Meldungen aus der Bevölkerung, wo Turmfalken brüten, oder auch eine Mitarbeit in der NABU-Ortsgruppe würden wir uns freuen. Bitte kontaktieren Sie dazu den NABU Saarbrücken oder Gabi Stein.

Unser Dank gilt der unkomplizierten und konstruktiven Unterstützung durch die Stadtwerke Saarbrücken, die uns den Zugang zum Turm ermöglicht haben und sofort bereit waren, das Projekt zu unterstützen, sowie dem Bauunternehmer Wirth, der uns das Material zum Kastenbau kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

.... weitere Info zum Turmfalken auf der NABU-Bundesseite