Urban II-Projekt „Brennender Berg“ in Dudweiler

     

    von Ulrich Schmidt

    Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Urban II der EU wurde von 2001 bis 2004 das Projekt "Brennender Berg" durchgeführt.

    Unter der Federführung des Ausbildungszentrums Burbach (AZB) gehörte auch der NABU-Saarbrücken zu den Kooperationspartnern. Der innovative Ansatz erforderte die Vernetzung von ökologischen, geologischen, kulturellen und arbeitsmarktpolitischen Aspekten. Unter dem Entwicklungsschwerpunkt Ökologie, Grün- und Freiräume war es unsere Aufgabe, zusammen mit allen Projektpartnern (u.a. Saarforst, Landeshauptstadt Saarbrücken, Dudweiler, Sulzbach) die Aufwertung des Waldgebietes im Dreieck Dudweiler-Neuweiler-Sulzbach zu betreiben. Zentraler Punkt war der Brennende Berg.

    Die Zuwegung zu diesem Naturdenkmal für Besucher wieder herzurichten war eine der Aufgaben, um ihm die Wertigkeit zurückzugeben, die er durch den Besuch von Johann Wolfgang von Goethe 1770 erhalten hatte. Der aus den Felsspalten der Klamme aufsteigende Dampf eines brennenden Kohleflözes hat auch noch heute seinen Reiz. Der Brennende Berg wurde in den Erlebnispfad Industriekultur mit 8 Objektschildern auf 2,75 km eingebunden.

    Ein weiterer Erlebnispfad bringt über 4,3 km den Besuchern das Thema Wald auf 9 Objektschildern näher. Hier wurde der Fledermausschutz verwirklicht, indem Bunker fledermaustauglich hergerichtet wurden, untermauert durch ein Gutachten von Dr. Christine Harbusch.

    Der Erlebnispfad Wasser führt über 2,7 km mit 5 Infotafeln an der Gehlwiese vorbei. Sie ist aus Naturschutzsicht die wertvollste  Fläche im Projektgebiet. Dementsprechend wurde eine Bestandsaufnahme durch das Büro Dr. Maas in Auftrag gegeben. Neben dem Spektrum der Pflanzenwelt eines Großseggenriedes sind besonders Heuschrecken zu erwähnen, wobei die Sumpfschrecke die größte Bedeutung hat. Ein in das Gutachten eingebundener Pflegeplan trägt dem Rechnung. Die Arbeitsgruppe Natur- und Umwelt, in der unsere Ortsgruppe mitwirkte, hatte Vorarbeiten geleistet.

    Die einzelnen Erlebnispfade sind in einen großen Rundweg eingebunden, der mit 8,8 km das gesamte Projektgebiet umfasst. Ein Streckenabschnitt von ca. 2 km ist für Rollstühle und Kinderwagen tauglich. Die 6 Eingangspforten sind mit Portalschildern besonders herausgehoben.

    Eine Mappe mit 5 aufwendigen Flyern zu den 3 Themenwegen, zum Brennenden Berg und einer Wanderkarte macht Appetit auf einen Besuch des Gebietes.