Die Amphibien wandern! Autofahrer, Zweiradfahrer bitte langsam fahren!

Dieses Erdkrötenpärchen konnte von der Straße geborgen werden bevor es überrollt wurde.
Amphibien wandern von der Abenddämmerung bis zum Morgen zu ihren Laichgewässern und zurück. Deshalb sind die Helferinnen und Helfer bei Dunkelheit unterwegs.
Diese zarten Amphibien haben auf befahrenen Straßen überhaupt keine Überlebenschance. Sie sind von Fahrzeugen aus nicht zu erkennen.
Ein Fadenmolch auf dem Weg über die Straße zum Laichgewässer.

 

Die Amphibienwanderung zu ihren Laichgewässern beginnt sobald die Temperaturen sich konstant bei zirka acht Grad halten. Wenn es dann regnet kann es in manchen Gebieten zu Massenwanderungen von Fröschen und Kröten kommen. Unser dichtes Verkehrswegenetz ist dabei eine tödliche Gefahr.

Zahlreiche ehrenamtliche Amphibienschützerinnen und Amphibienschützer sind deshalb in diesen Wochen an den Wanderstrecken unterwegs, um die Tiere an Schutzzäunen einzusammeln und über die Straße zu ihren Gewässern zu bringen. Wir appellieren an Auto- und Zweiradfahrer, dringend die gebotene Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten, damit die Helferinnen und Helfer nicht gefährdet werden. Amphibien, die auf der Straße sitzen, werden schon bei geringer Geschwindigkeit durch Luftdruck meist tödlich verletzt, selbst wenn sie nicht überrollt werden. Leider kommen nicht selten Amphibien selbst auf Waldwegen zu Tode, wenn diese befahren werden.

Wega Kling

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Noch sind die meisten Amphibien nicht durch

Seit dem 20 Februar sind bei einem Auf und Ab der Temperaturen schon einige Hundert Amphibien zu ihren Laichgewässern gewandert, das Knurren der Grasfrösche und die leisen Rufe der Erdkrötenmännchen sind nun an den Tümpeln und Teichen schon gut zu hören. Auf den großen Andrang warten wir aber noch allerorten. Der NABU Saarbrücken betreut die Amphibienwanderung an den mobilen Schutzzäunen in Saarbrücken am Tabaksweiher, der Theodor-Heuss-Straße, dem Sonnenberg, am Meerwiesertalweg und in Gersweiler-Sprinkshaus. Ebenso kümmern wir uns um die Amphibien im Fischbachtal, insbesondere im Bereich der L 127 zwischen Netzbachparkplatz und Steinbachparkplatz. Wir sind froh und dankbar, dass sich viele Helferinnen und Helfer gemeldet haben und nun ihre Zeit und Arbeitskraft zum Schutz der Amphibien einsetzen.WK 10. März 2017

 

 

Amphibienschutz im Fischbachtal - was wandert denn da?

Informationen über die Hauptarten im Fischbachtal.
Auf dieser Tafel werden Laicharten und Metamorphose erklärt
Die Tafeln werden durch eine Schutzscheibe
und ein schönes Schindeldach doppelt geschützt.

Der NABU Saarbrücken informiert an den Parkplätzen am

Netzbachtal und Steinbachtal

 

Das waldreiche Fischbachtal mit seinen Bächen, Weihern und Tümpeln ist ein wichtiger Lebensraum für Amphibien. Die häufigsten Arten sind Erdkröte, Grasfrosch und auch Bergmolch und Fadenmolch. Sie finden hier geschützte Landlebensräume und Winterverstecke im Wald und zur Arterhaltung die geeigneten Laichgewässer. Ihr Weg im zeitigen Frühjahr zu diesen Laichgewässern und zurück führt aber größtenteils über die Landstraße 127. Eine Wanderung, die für viele Hunderte den sicheren Tod bedeutet. Deshalb gibt es seit einigen Jahren wirkungsvolle temporäre Schutzmaßnahmen (Amphibienzäune, Verkehrsumleitung) des Landesbetrieb für Straßenbau, LfS, in Zusammenarbeit mit dem NABU.

Dieser Text und die Abbildungen der Hauptarten im Fischbachtal sowie des Vorganges der Metamorphose sollen den Besuchern und auch den Straßenbenutzern unsere Amphibienfauna nahe bringen. Deshalb hat der NABU Saarbrücken an beiden Parkplätzen Infotafeln aufgestellt. Für den Bau der schönen stabilen Gerüste und das fachmännische, sichere Aufstellen danken wir herzlich dem NABU-Aktiven Günther Kirsch und seinen Helfern. Ebenso danken wir dem  SaarForst Landesbetrieb, SfL, und dem Landesbetrieb für Straßenbau, LfS, für die Gestattung. Besonders danken wir auch der Straßenmeisterei Sulzbach für die überaus gute Zusammenarbeit zum Wohl unserer Amphibien.

Gerne informieren wir näher über unsere Amphibien. Schicken Sie uns eine E-Mail: info@NABU-saarbruecken.de.

April 2016

Wega Kling, NABU Saarbrücken

 

 

Impressionen von der Frühjahrs-Amphibienwanderung 2016

Müllsammlung an Amphibienlaichgewässern im Fischbachtal

Manche ignorieren selbst das beste Recyclingsystem.
v.r. Norbert Fugmann, Ute Fugmann, Wega Kling

Ex und hopp in den Straßengraben!

Erste Kröten, Frösche und Molche sind schon losgewandert im Fischbachtal, und bevor der große Ansturm kommt, haben Mitglieder des NABU Saarbrücken die Laichgewässer an der L 127 von zentnerweise Müll, vor allem von Glasflaschen,  gereinigt. Die schleudern wohl ihre Besitzer, darunter ausgesprochene Piccolofans, einfach aus dem Auto in die Gräben und Teiche. Da sich Amphibien aber im Wasser wesentlich wohler fühlen als in Piccolo- oder Wodkaflaschen, diese lebensgefährlich für kleine Wassertiere sind, wäre es gut, wenn wir dort auch keine mehr finden würden.  Wir helfen natürlich gerne beim Auffinden der Container und Wertstoffhöfe.
NABU Saarbrücken, 27.02.2016
Amphibien AG

Unglaubliche 15 Säcke voller Müll am Tabaksweiher und Almetweiher

Mit drei Helfern beteiligten sich Ute und Norbert Fugmann an der Picobello-Aktion

 „Wir haben uns gestern (13.3.2016) über unsere Saarbrücker NABU-Gruppe mit drei tollen Helfern an der picobello-Aktion beteiligt. Unser Ziel war es, die verlängerte Julius-Kiefer-Straße in Saarbrücken-St. Arnual entlang des Amphibienzauns vom Tabaksweiher bis zum hinteren Amphibienzaun am 3. Almetweiher von Müll zu befreien. Unvorstellbar – innerhalb von 2,5 Std. hatten wir 15 Säcke mit Müll gefüllt, davon 4 Säcke mit Glasflaschen aller Art. Auch ein Katzenklo, Kochgeschirr, Autoblenden, ein Gartenstuhl, Drahtzäune, ein alter Rasenmäher und eben ganz ganz viele Glasflaschen, die für die wandernden Amphibien eine große Gefahr darstellen können. Begegnet sind uns viele rasende, z. T. nicht sehr freundliche AutofahrerInnen und sogar zwei, die in einer Ausbuchtung den Amphibienzaun niedergefahren haben, um trotz uneingeschränkten Halteverbots besser parken zu können.  Es gab aber auch etliche Mitmenschen, die sich bei uns bedankt haben. Das hat richtig gut getan. Viele sagten, wenn sie von der Aktion gewusst hätten, hätten sie auch gerne mitgemacht. Also, für das nächste Jahr machen wir über die Presse eine Großankündigung; mal schauen, was geschieht.“

14. März 2016

Ute und Norbert Fugmann