Das Drama des "Froschregens"

Mehr als 6ooo Amphibien haben die Helferinnen und Helfer, organisiert von Ute Fugmann, bei der diesjährigen Frühjahrswanderung an den Zäunen rund um den Saarbrücker Tabaksweiher über die Straßen und Wege Richtung Gewässer gesetzt.

Für die jährliche Abwanderung der Jungamphibien in die Landlebensräume hatte Ute Fugmann Vorbereitungen getroffen und ein Infoblatt mit drei "Notrufnummern" von Aktiven im Almetbereich, auch im Restaurant Tabaksmühle, verteilt. Am Wochenende vom 9. bis 11. Juni verließen bei über 30 ° und Regen tausende Jungkröten die Gewässer im Almet. Auf den Rundruf hin waren zeitweise 12 Amphibienretterinnen und -retter dort im Einsatz. Mit Bechern und allem, womit man die nur fingernagelkleinen Kröten schonend in die Sammeleimer verfrachten konnte, hatten wir am Ende dieses Wochendes mehr als 5000 Jungkröten übergesetzt. Tausende aber wurden von Autoreifen zermalmt.

Eine zweite Welle kam dann am nächsten Wochenende auf uns zu. Offensichtlich waren nicht, wie wir gehofft hatten, alle Jungtiere abgewandert. Dankenswerterweise sperrte die Polizei eine Seite des Tabaksweiher für den Verkehr ab. Leider mussten dennoch viele Besucher der Gaststätten und Schrebergärten des Almet davon überzeugt werden, die nicht gesperrte Straße zu benutzen. Auch auf dieser Straße waren allerdings tausende Winzlinge unterwegs. Das Drama wurde zur Tragödie als ein Fahrzeug mit schleifendem Tank die Straße befuhr und trotz unserer deutlichen Zeichen erst am Kreisel der Julius-Kiefer-Straße hielt. Hier mussten wir aufgeben. Die Feuerwehr musste auf der mit Kraftstoff kontaminierten Straße Bindemittel ausbringen. Keine Chance also für unsere Amphibien.

Fazit: An beiden Wochenenden konnten wir ca. 8000 Jungamphibien retten. Der Fahrzeugverkehr im Almet hat inzwischen Formen einer Hauptverkehrsstraße angenommen. Durch Information und Appelle konnten wir bisher kaum Erfolge verbuchen. Nur durch konsequente kurzfristige Sperrung können die Jungtiere ihren Landlebensraum erreichen.Wega Kling

Hier ein Beispiel, wie es schon länger funktioniert, der Presse entnommen: 

Jungkröten wandern am Schießtalsee: In der Nacht wurde die Richard-Bullinger-Straße gesperrt

 

Die Jungkröten wandern. Und der Verkehr von und zur ZF Lenksysteme muss kurzfristig über Gmünd-Mutlangen-Lindach umgeleitet werden. Das Gleiche gilt für den Verkehr zwischen Lindach und Schwäbisch Gmünd.

SCHWÄBISCH GMÜND. Am späten Abend der Anruf in der Redaktion: Nach den Regenfällen am Montag hat sich am Schießtalsee recht kurzfristig eine große Anzahl an Krötennachwuchs auf den Weg zum nahe gelegenen Schaubenwald gemacht – sprich auf die Straße begeben. Dort drohen die Jungtiere in massenhaft unter die Räder zu geraten. Die Mitglieder des Naturkundevereins, die den See seit geraumer Zeit beobachtet, und auf entsprechend günstige Witterungsbedingungen für die Jungkrötenwanderung gewartet hatten, haben umgehend gehandelt, bzw. das Ordnungsamt informiert.
Wie in der Vergangenheit des öfteren wurde die Schießtalstraße also wieder kurzfristig für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Der Verkehr von und zur ZF Lenksysteme muss kurzfristig über Schwäbisch Gmünd-?Mutlangen-?Lindach umgeleitet werden. Das Gleiche gilt für den Verkehr zwischen Lindach und Schwäbisch Gmünd.
Um die Jungkrötenwanderung, die vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZFLS für erhebliche Behinderungen sorgt, zu beschleunigen und die Straßensperrung möglichst schnell aufheben zu können, wird die Stadt bei Bedarf die Schießtalstraße zusätzlich bewässern; auch das wurde am Montag Abend bekannt gegeben.

Quelle: Internet Rems Zeitung Schwäbisch Gmünd und Ostalbkreis 2013


 

 

So wie diese jungen Kröten konnten einige Tausend am Tabaksweiher in Saarbrücken durch freiwillige Helferinnen und Helfer gerettet werden. Leider fielen auch viele Tausend den unbeeindruckten Durchfahrenden und Wandernden zum Opfer.
Fotos 2: Kerstin Lindsay

Die Amphibien wandern! Autofahrer, Zweiradfahrer bitte langsam fahren!

Dieses Erdkrötenpärchen konnte von der Straße geborgen werden bevor es überrollt wurde.
Amphibien wandern von der Abenddämmerung bis zum Morgen zu ihren Laichgewässern und zurück. Deshalb sind die Helferinnen und Helfer bei Dunkelheit unterwegs.
Diese zarten Amphibien haben auf befahrenen Straßen überhaupt keine Überlebenschance. Sie sind von Fahrzeugen aus nicht zu erkennen.
Ein Fadenmolch auf dem Weg über die Straße zum Laichgewässer.

 

Die Amphibienwanderung zu ihren Laichgewässern beginnt sobald die Temperaturen sich konstant bei zirka acht Grad halten. Wenn es dann regnet kann es in manchen Gebieten zu Massenwanderungen von Fröschen und Kröten kommen. Unser dichtes Verkehrswegenetz ist dabei eine tödliche Gefahr.

Zahlreiche ehrenamtliche Amphibienschützerinnen und Amphibienschützer sind deshalb in diesen Wochen an den Wanderstrecken unterwegs, um die Tiere an Schutzzäunen einzusammeln und über die Straße zu ihren Gewässern zu bringen. Wir appellieren an Auto- und Zweiradfahrer, dringend die gebotene Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten, damit die Helferinnen und Helfer nicht gefährdet werden. Amphibien, die auf der Straße sitzen, werden schon bei geringer Geschwindigkeit durch Luftdruck meist tödlich verletzt, selbst wenn sie nicht überrollt werden. Leider kommen nicht selten Amphibien selbst auf Waldwegen zu Tode, wenn diese befahren werden.

Wega Kling

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Noch sind die meisten Amphibien nicht durch

Seit dem 20 Februar sind bei einem Auf und Ab der Temperaturen schon einige Hundert Amphibien zu ihren Laichgewässern gewandert, das Knurren der Grasfrösche und die leisen Rufe der Erdkrötenmännchen sind nun an den Tümpeln und Teichen schon gut zu hören. Auf den großen Andrang warten wir aber noch allerorten. Der NABU Saarbrücken betreut die Amphibienwanderung an den mobilen Schutzzäunen in Saarbrücken am Tabaksweiher, der Theodor-Heuss-Straße, dem Sonnenberg, am Meerwiesertalweg und in Gersweiler-Sprinkshaus. Ebenso kümmern wir uns um die Amphibien im Fischbachtal, insbesondere im Bereich der L 127 zwischen Netzbachparkplatz und Steinbachparkplatz. Wir sind froh und dankbar, dass sich viele Helferinnen und Helfer gemeldet haben und nun ihre Zeit und Arbeitskraft zum Schutz der Amphibien einsetzen.WK 10. März 2017

 

 

Amphibienschutz im Fischbachtal - was wandert denn da?

Informationen über die Hauptarten im Fischbachtal.
Auf dieser Tafel werden Laicharten und Metamorphose erklärt
Die Tafeln werden durch eine Schutzscheibe
und ein schönes Schindeldach doppelt geschützt.

Der NABU Saarbrücken informiert an den Parkplätzen am

Netzbachtal und Steinbachtal

 

Das waldreiche Fischbachtal mit seinen Bächen, Weihern und Tümpeln ist ein wichtiger Lebensraum für Amphibien. Die häufigsten Arten sind Erdkröte, Grasfrosch und auch Bergmolch und Fadenmolch. Sie finden hier geschützte Landlebensräume und Winterverstecke im Wald und zur Arterhaltung die geeigneten Laichgewässer. Ihr Weg im zeitigen Frühjahr zu diesen Laichgewässern und zurück führt aber größtenteils über die Landstraße 127. Eine Wanderung, die für viele Hunderte den sicheren Tod bedeutet. Deshalb gibt es seit einigen Jahren wirkungsvolle temporäre Schutzmaßnahmen (Amphibienzäune, Verkehrsumleitung) des Landesbetrieb für Straßenbau, LfS, in Zusammenarbeit mit dem NABU.

Dieser Text und die Abbildungen der Hauptarten im Fischbachtal sowie des Vorganges der Metamorphose sollen den Besuchern und auch den Straßenbenutzern unsere Amphibienfauna nahe bringen. Deshalb hat der NABU Saarbrücken an beiden Parkplätzen Infotafeln aufgestellt. Für den Bau der schönen stabilen Gerüste und das fachmännische, sichere Aufstellen danken wir herzlich dem NABU-Aktiven Günther Kirsch und seinen Helfern. Ebenso danken wir dem  SaarForst Landesbetrieb, SfL, und dem Landesbetrieb für Straßenbau, LfS, für die Gestattung. Besonders danken wir auch der Straßenmeisterei Sulzbach für die überaus gute Zusammenarbeit zum Wohl unserer Amphibien.

Gerne informieren wir näher über unsere Amphibien. Schicken Sie uns eine E-Mail: info@NABU-saarbruecken.de.

April 2016

Wega Kling, NABU Saarbrücken

 

 

Impressionen von der Frühjahrs-Amphibienwanderung 2016

Müllsammlung an Amphibienlaichgewässern im Fischbachtal

Manche ignorieren selbst das beste Recyclingsystem.
v.r. Norbert Fugmann, Ute Fugmann, Wega Kling

Ex und hopp in den Straßengraben!

Erste Kröten, Frösche und Molche sind schon losgewandert im Fischbachtal, und bevor der große Ansturm kommt, haben Mitglieder des NABU Saarbrücken die Laichgewässer an der L 127 von zentnerweise Müll, vor allem von Glasflaschen,  gereinigt. Die schleudern wohl ihre Besitzer, darunter ausgesprochene Piccolofans, einfach aus dem Auto in die Gräben und Teiche. Da sich Amphibien aber im Wasser wesentlich wohler fühlen als in Piccolo- oder Wodkaflaschen, diese lebensgefährlich für kleine Wassertiere sind, wäre es gut, wenn wir dort auch keine mehr finden würden.  Wir helfen natürlich gerne beim Auffinden der Container und Wertstoffhöfe.
NABU Saarbrücken, 27.02.2016
Amphibien AG

Unglaubliche 15 Säcke voller Müll am Tabaksweiher und Almetweiher

Mit drei Helfern beteiligten sich Ute und Norbert Fugmann an der Picobello-Aktion

 „Wir haben uns gestern (13.3.2016) über unsere Saarbrücker NABU-Gruppe mit drei tollen Helfern an der picobello-Aktion beteiligt. Unser Ziel war es, die verlängerte Julius-Kiefer-Straße in Saarbrücken-St. Arnual entlang des Amphibienzauns vom Tabaksweiher bis zum hinteren Amphibienzaun am 3. Almetweiher von Müll zu befreien. Unvorstellbar – innerhalb von 2,5 Std. hatten wir 15 Säcke mit Müll gefüllt, davon 4 Säcke mit Glasflaschen aller Art. Auch ein Katzenklo, Kochgeschirr, Autoblenden, ein Gartenstuhl, Drahtzäune, ein alter Rasenmäher und eben ganz ganz viele Glasflaschen, die für die wandernden Amphibien eine große Gefahr darstellen können. Begegnet sind uns viele rasende, z. T. nicht sehr freundliche AutofahrerInnen und sogar zwei, die in einer Ausbuchtung den Amphibienzaun niedergefahren haben, um trotz uneingeschränkten Halteverbots besser parken zu können.  Es gab aber auch etliche Mitmenschen, die sich bei uns bedankt haben. Das hat richtig gut getan. Viele sagten, wenn sie von der Aktion gewusst hätten, hätten sie auch gerne mitgemacht. Also, für das nächste Jahr machen wir über die Presse eine Großankündigung; mal schauen, was geschieht.“

14. März 2016

Ute und Norbert Fugmann